Weit weg ist jetzt hier

Weit weg ist jetzt hier

All my bags are packed etc. etc.

Nichts fühlt sich vorbereitet an und die Zeit rennt wie immer viel zu schnell, und plötzlich ist es soweit. Der Große Tag™. Unerbittlich mahnt der Kalender mithilfe der angeschlossenen Endgeräte, den Flug (0815. Morgens. Wer hatte diese Idee???) nicht zu verpassen. Und wie immer ist an Schlaf nicht zu denken. Immerhin sind die Sachen weitestgehend gepackt. Die erste Charge.

Das Wetter auf Fast Forward hat Mitte Oktober schon mal den Schnee rausgeholt, nur um mir zu zeigen, was zu leisten es imstande ist. Und dann hab ich aus Versehen auch noch die Sonne eingepackt und mitgenommen. Deswegen auch das Übergepäck.

Gibbe ma noch e Lidor Wassor nei

Solltet ihr mal über Zürich fliegen können, macht es. Ein sehr entspannter Flughafen mit – meiner Meinung nach – überdurchschnittlich schmeckender (für Flughäfen) Speisung zu regulär teuren Flughafenpreisen. Und in den Küchen hört man – ebenfalls überdurchschnittlich oft – einen sächsischen Zungenschlag.

Hier angekommen ist dann erst mal Feiertag: Surprise Welcome mit ca. 25 Leuten und Polizei am frühen Morgen - und alle Alteingesessenen haben übereinstimmend bestätigt, dass das noch nie vorgekommen ist in den Jahren, die sie hier leben. Danach war zum Glück erst mal Feiertag – diesmal ein offizieller. Islamisches Neujahr. Was dem Vernehmen nach gar kein so großer Feiertag ist. Und dann Wochenende. Alles in allem also eher ein Soft-Start.

Was ein bisschen irritierend ist, ist das konstant gute Wetter. Schnell ist vergessen, dass Oktober ist und der November vor der Tür steht; die Tage gehen wahnsinnig schnell vorbei. Was auch noch ein bisschen fremd ist, ist die Zeitverschiebung. Eigentlich interessiert es mich nicht, wie spät es in Deutschland gerade sein mag oder wie die Tage aussehen könnten - aber 2 Stunden voraus und dann noch zeitig aufstehen ist noch nicht ganz im Körper angekommen. Allerdings liegt das vielleicht auch daran, dass das Fenster jetzt nach Norden geht und ich vorher nach Süden gewohnt habe – inklusive Morgensonne im Gesicht dank strategisch geschickter Schlafstattausrichtung.

Der Rest ist schnell erzählt: Büro angeschaut und tatsächlich schon zwei Tage dort gearbeitet, beim Casting Hilfsfotograf gemacht und beim Fotoshoot Hilfsproduktionsassistentenpraktikant (Kernkompetenz: Rumstehen und anderen bei der Arbeit zuschauen).

Eigentlich hat es mich nur interessiert, wie es funktioniert - immerhin habe ich ja jetzt eine Medienproduktionsfirma, die unter anderem genau damit Geld verdient. Und nach mehr als zwei Wochen endlich auch Visitenkarten, die “morgen” fertig sein sollten.